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die glut
# gut gegen nordwind # liliom # verbrennungen # Thomas Bernhard, Siegfried Unseld: der briefwechsel
denn alle lust will ewigkeit
# hamlet # hexenjagd # freiheit in krähwinkel
der meister und margarita # judith # peer gynt # fröhliche geister # enron# blind date
 
die glut
 

Di, 28. September 2010
19:30 bis ca. 22:00

Sa, 02. Oktober 2010
19:30 bis ca. 22:00

nach dem Roman von Sándor Márai
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 22:00

„Die wichtigsten Fragen beantwortet man letztlich immer mit seinem
ganzen Leben." Sándor Márai

In einem ungarischen Schloss im kriegserschütterten Europa der 1940er Jahre erwartet Henrik, ein General der k.u.k Armee im Ruhestand, die Ankunft Konráds. Es ist die erste Begegnung des Freundespaars seit mehr als vierzig Jahren. Nach einer seltsamen Begebenheit, die sich während eines Jagdausflugs ereignete, verließ Konrád damals über Nacht und ohne eine Nachricht zu hinterlassen seine Heimat und floh in die Tropen. Nun sehen sich die beiden Freunde als alte Männer wieder, um sich ein erstes Mal mit den folgenschweren Geschehnissen aus ihrer Vergangenheit zu konfrontieren. Henrik hofft, in dieser Nacht die Antworten zu erhalten, auf die er seit Jahrzehnten wartet. Sein Freund aber kontert mit Schweigen. Es kommt zu keiner Aussprache. Stattdessen entwickelt sich aus dem nächtlichen Gespräch eine wortreiche Suche Henriks nach den Fragen der Liebe, Schuld und verratenen Freundschaft.

Sándor Márais berühmtester Roman erschien bereits 1942, doch erst ein halbes Jahrhundert später wurde er zum Welterfolg. Die Bühnenadaption des britischen Dramatikers und Drehbuchautors Christopher Hampton (Gefährliche Liebschaften) erlebte seine Uraufführung 2006 in London. Im Rahmen der deutschsprachigen Erstaufführung kehrt, erstmals seit mehr als vierzig Jahren, Helmuth Lohner ans Schauspielhaus Graz zurück.

Besetzung:
Regie: Ingo Berk
Bühnenbild: Damian Hitz
Kostüme: Renata Balogh
Musik: Patrik Zeller
Dramaturgie: Andreas Karlaganis

Henrik: Helmuth Lohner
Konrad: Gerhard Balluch
Nini: Gerti Pall

Pressestimmen:
„Die Adaption von Sándor Márais Roman 'Die Glut' im Schauspielhaus Graz gerät mit einem brillanten Helmuth Lohner zu einem denkwürdigen Stück Theaterkunst. [...] Diese scheinbar unverbrüchliche Freundschaft, die durch Absichten, nicht Taten mit einem Mal auf Kimme und Korn stand, nahm der Ungar Sándor Márai zum Explosivstoff für seinen faszinierenden Roman. Der britische Oscar-Preisträger Christopher Hampton hat daraus ein Drama geformt, das nun vor seinen Augen am Grazer Schauspielhaus zur deutschsprachigen Erstaufführung kam. Und als großer Theatersieg gelten kann. Triumph vor allem für und durch Helmuth Lohner. Hacklerregelung für ih, der den zweiten Teil des beeindruckenden Abends quasi im Monolog stemmt. Aber noch mehr als die Textmasse ist die Intensität, mit der er den pensionierten k.u.k.-General Henrik gibt, der in einem bitteren Cocktail aus Aggression und Resignation seinen Freund zur Rede stellt, ohne auf Widerrede zu stoßen. Seelenqual oder Selbstanklage, Erstarrung oder Furor in fast thomasberhardscher Manier - all das zaubert die 76-jährige Wiener Bühnenlegende mit Gesten, Blicken und prägnanter Rauhfaserstimme quasi aus dem Schauspielärmel. Karg aber imposant auch das Bühnenbild von Damian Hitz, der das Jagdschloss in eine strene Isolationszelle transporitiert, durch deren Gitterstäbe und Jalousien das Licht des Lebens draußen nur noch dazu taugt, die Einsamkeit drinnen zu schraffieren. Großer Jubel vom Premierenpublikum mit starker Wiener-Beteiligung für einen denkwürdiges Stück, vor allem für Helmuth Lohner, der 'Die Glut' anfacht zu hohen Theaterflammen." [ Bewertung: 5 von 5 Sternen]
(Michael Tschida, Kleine Zeitung, 6. Dezember 2009)

„Helmuth Lohner freilich ist eine glänzende Besetzung für diese Rolle. Die quälende Frage nach dem Verrat wird bei ihm zum greifbaren, ja körperlichen Unbehagen. Hier ist ein Meister seines Faches am Werk, der es immer wieder schafft zu berühren. [...] ihm zuzuschauen ist ein reines Vergnügen."
(Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 6. Dezember 2009)

„Grandios! [...] wohl einer der größten Erfolge der Intendanz Anna Badoras. Berks Regiekonzept ist genial minimalistisch, die Personenführung vertraut vor allem auf die Präsenz der Akteure, vor allem Helmuth Lohners, der mit jedem Wort, jeder Geste beweist, dass er einer der ganz großen Darsteller deutscher Zunge ist. Auch Gerhard Balluch als Konrád zeigt seine große Klasse im knappen Dialog und im stummen Spiel. Gerti Pall als weltweiser, unbedingt liebender Nini möchte man auf offener Bühne die Hände küssen. Ganz großes Theater!"
(Dolf Stockhausen, Woche, 9. Dezember 2009)

„Am Ende langer Jubel und stehende Ovationen im Grazer Schauspielhaus."
(Martin Behr, Salzburger Nachrichten, 7. Dezember 2009)

„Regisseur Ingo Berk hat auf genaue Gesten und präzise Sprache gesetzt, und das Konzept ging auf. Helmuth Lohner zeig in diesem Beinahe-Monolog die ganze Bandbreite seines Könnens fernab von billiger Effekthascherei. Er stellt die gequälte Seele dieses Mannes in kleinen Blicken, in fast zufälligen Hanbbewegungen, in der Körperhaltung zu Schau."
(Karin Zehetleitner, APA, 6. Dezember 2009)

„Das Stück beschwört mit großer Geste die großen Themen des Lebens. Die unaufdringliche, atmosphärische Musik Patrik Zellers untermalt ein enigmatisches Kippbild für einen Schatten - Kristine, die verstorbene Ehefrau. [...] Für Liebhaber zeitloser Qualität:"
(Willi Hengstler, Korso, Dezember 2009)

„Regisseur Ingo Berk setzt auf theatralische Reduktion und verlässt sich auf die Aussagekraft der Bühne von Damian Hitz, auf Patrik Zellers suggestive Musik und auf die Erfahrung der drei Schauspieler. Darüber hinaus braucht er, um das Beziehungsgeflecht zu interpretieren, nichts als drei Sessel, die mit symbolischer Bedeutung aufgeladen werden. Mit jeder Handbewegung der Hand und des Kopfes, mit jedem Ton stellt Helmuth Lohner in der Rolle des Henrik hohe Darstellungskunst unter Beweist."
(Beate Frakele, Drehpunktkultur, 9. Dezember 2009)


 
 
gut gegen nordwind
 

Do, 30. September 2010
19:30 bis ca. 20:50
Sa, 09. Oktober 2010
19:30 bis ca. 20:50

Bühnenfassung von Ulrike Zemme und Daniel Glattauer
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 20:50

Daniel Glattauers hinreißender Liebesroman hat bekanntlich Suchtqualität. Rund 220 Seiten, die nur aus hin und her geschickten Nachrichten bestehen. Das Internet als Postillon d’Amour! Kann so etwas funktionieren? Es kann, und wie! Und zwar auch im Theater, für das der Autor selbst eine Fassung schrieb.

Ein falsch adressiertes E-Mail stiftet den Auftakt für eine „Net-Beziehung“, die allmählich außer Kontrolle gerät. Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm verbal angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Nach anfänglichem Geplänkel entwickelt sich echte Kommunikation und in weiterer Folge eine immer intimere Freundschaft. Es beginnt zu knistern in der Leitung. Und Leos E-Mails sind gut gegen den Nordwind, der Emmi nicht schlafen lässt, wenn er bläst. Die Versuchung eines persönlichen Treffens steigt. Doch werden die gesandten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten?

Besetzung:
Regie: Christian Schütz
Bühnenbild: Ulrike Müller
Kostüme: Tanja Kramberger

Emmi Rothner: Steffi Krautz
Leo Leike: Sebastian Reiß

Kritiken:
„Gemeinsam mit Ulrike Zemme hat Glattauer den Stoff in aller sprachlichen Brillanz für die Bühne adaptiert. Steffi Krautz und Franz Josef Strohmeier spielen ihre Rollen in der vollen emotionalen Bandbreite aus, die Bühne von Ulrike Müller bringt sympathische Bewegung. Das Stück hat sehr viel Charme und Unterhaltungswert.“
(Kronen Zeitung, Christoph Hartner, 29. September 2009)

„Steffi Krautz, als widerspenstige Emmi und Franz Josef Strohmeier – urkomisch von desinteressiert bis liebestrunken – tasten sich über Worte an. Im Nebeneinander. Das wirkt auch im gesprochenen Wort und dank der E-Mails, die über den Beamer laufen. Ein Baukasten mutiert vom Bett zur Badewanne, immerfort, immer weiter, treibt die Handlung fort.“
(Kleine Zeitung, Julia Schafferhofer, 29. September 2009)

„Steffi Krautz und Franz Josef Strohmeier erobern sich das virtuelle Paar mit viel Witz und Liebe sehr schnell in der Inszenierung von Christian Schütz. Es lohnt sich Krautz und Strohmeier in ihrem Spiel mit Distanz, Nähe und Fantasie zu besuchen."
(Der Standard, Colette M. Schmidt, 29. September 2009)



 
 
liliom
 

Fr, 24. September 2010
19:30 bis ca. 22:15
Fr, 08. Oktober 2010
19:30 bis ca. 22:15

von Ferenc Molnár
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 22:30

von Ferenc Molnár

Liliom, ein Mädchenschwarm und großmäuliger Habenichts, gibt seine Stelle als Karrussell-Ausrufer auf, um mit dem Dienstmädchen Julie ein neues Leben zu beginnen. Voll unausgesprochener Liebe im Herzen und aus Kummer über ihre finanzielle Not, schlägt Liliom seine junge Frau. Als Julie ein Kind erwartet, lässt er sich zu einem Raubüberfall überreden, der aber misslingt. Liliom ersticht sich, um der Verhaftung zu entgehen, und muss vor das himmlische Selbstmördergericht treten. Doch er weigert sich trotzig, seine Liebe zu Julie zu gestehen. Nach sechzehn Jahren im Fegefeuer erhält er die Erlaubnis, für einen Tag auf die Erde zurückzukehren und seine Läuterung zu beweisen. Er soll seiner Tochter Luise etwas Gutes tun.

Molnárs „Vorstadtlegende in 7 Bildern und einem szenischen Prolog“, ein Volksstück und Märchen zugleich, wurde 1909 in Budapest uraufgeführt. Seine Erfolgsgeschichte auf deutschsprachigen Bühnen begann einige Jahre später im Theater in der Josefstadt.

Regie führt Viktor Bodó, der mit seiner Alice-Inszenierung in der Spielzeit 07/08 groß auftrumpfte: Nestroy Preis 2008 für die beste Ausstattung, u. a. Einladung zum young Directors Project der Salzburger Festspiele 2009 und dem Radikal Jung Festival München 2008. Peter Handkes Die Stunde da wir nichts voneinander wußten in einer Bearbeitung von Viktor Bodó war 2009 für den Nestroy Preis in der Kategorie Beste Regie nominiert.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Viktor Bodó
Bühnenbild: Pascal Raich
Kostüme: Andrea Kovacs
Licht: Tamas Banyai
Musik: Klaus von Heydenaber
Dramaturgie: Anna Veress, Andreas Karlaganis

Liliom: Jan Thümer
Julie: Kata Petö
Marie: Sophie Hottinger
Frau Muskat: Steffi Krautz
Ficsur: Sebastian Reiß
Frau Hollunder: Gerti Pall
Der junge Hollunder: Martina Stilp
Wolf Beifeld: Thomas Frank
Der Polizeikonzipist: Franz Xaver Zach
Der Schutzmann: Claudius Körber
Luise: Katharina Klar, Andrea Wenzl
Klavier: Klaus von Heydenaber
Geige: Nitzan Bartana, Jaha LEE
Akkordeon: Kristof Darvas, Martin Krusche
Cymbal: Rozsa Farkas

Pressestimmen:
„Ferenc Molnárs "Liliom", inszeniert von Viktor Bodó im Schauspielhaus Graz. Man müsste glatt eine Steigerung für das Wort Gesamtkunstwerk finden.
Natürlich ist es nur hypothetisch: Aber wahrscheinlich hätte Polgar die Grazer "Liliom"-Aufführung ähnlich beglückt und berührt verlassen, wie es auch ein Großteil der Premierenbesucher tat. Denn seiner Perlenkette, reich an Glanzstücken, fügte der Theater-Feinschmied Viktor Bodó ein weiteres Juwel hinzu, feinst geschliffen, reich an Vielfachspiegelungen, und trotzdem scharf und tückisch, wie es edelste Edelsteine nur sein können. Es ist ein Theater-Glücksfall, wie er sich nur alle paar Jahre ereignet, ein Geniestreich, der nach einer Steigerungsform für ein alle Sinne bedienendes Gesamtkunstwerk verlangt. Der "Liliom", er hat nun den ihm gebührenden Platz gefunden. Weil dieses Werk einen Meister der Zauberformeln fand, der es mit Essenzen von Tschechow, Ibsen und Strindberg anreichert, ohne Mundraub zu begehen, und der seinen Tunichtimmergut in die Nähe von Büchners Woyzeck rückt. Grandios das Bühnenbild (Pascal Raich) […] virtuos die Lichtregie (Tamás Bányai), ohne Schwachstelle das Ensemble. Dass auf der Gefühlsskala mit der Situationskomik am einen, dem Gewissensfrost am anderen Ende jede Nuance getroffen wird, ist aber vor allem Verdienst von Kata Petö als Julia. Man sieht's, man spürt's, man fasst es kaum. Auf ihr ruht der Segen künstlerischer Selbstverständlichkeit, so hell, düster, fragil wie dieser Abend. Frenetischer Beifall.“
(Werner Krause, Kleine Zeitung, 14. März 2010)

„Das Spiel vom gewalttätigen Praterstrizzi und dem Dienstmädchen, "Liliom" von Franz Molnar, inszeniert Regisseur Viktor Bodo am Grazer Schauspielhaus dynamisch und mitunter fast kabarettistisch, tieftraurig und resignativ, garniert mit dutzenden Anspielungen aus Jahrzehnten von Bühne und Film.“
(Peter Kolb, APA, 13. März 2010)

„Seinen Ausnahmestatus als Regisseur hat Viktor Bodó auch mit seiner jüngsten Produktion für das Schauspielhaus Graz bestätigt. Mit Ferenc Molnárs ‚Liliom’ setzt er sein Publikum einem rasanten Wechselbad der Gefühle aus. Von grotesk bis tragisch reicht das Spektrum, das ein großartig aufspielendes Ensemble ausfüllt.
Hier wird zwischen Groteske und tiefer Tragik, derbem Witz und zerbrechlicher Zartheit mit atemberaubender Schnelligkeit hin- und hergesprungen. Eine faszinierende Studie menschlicher Stärken und vor allem Schwächen. Einmal mehr schafft es der junge ungarische Regisseur sein Ensemble zu einer Einheit zu verschmelzen und bei jedem einzelnen unglaubliche Freude am Spiel an den Tag zu fördern. So erobert Jan Thümer Liliom mit unglaublicher Kraft und Präsenz. Haltung und stille Größe verkörpert Kata Petö als Julie. Ihr gelingen berührende Momente am laufenden Band. Steffi Krautz, Sebastian Reiß, Sophie Hottinger, Thomas Frank, Gerti Pall, Martina Stilp, Franz Xaver Zach, Claudius Körber und Andrea Wenzl, sie alle machen auch aus kleinen Rollen große Kunst. Ein packender Abend, der mit entsprechend heftigem Applaus bedacht wurde.“
(Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 14. März 2010)

„Der ungarische Regisseur Viktor Bodó präsentiert einen großen, vielseitigen, trotzigen Liliom, der sich nicht anbiedert, nicht sympathisch sein will - und es freilich ist. Jan Thümer setzt ihn mit großer Sensibilität um und verzichtet auf den halbseidenen Schablonen-Praterstrizzi. Und Bodó lässt in einer berauschend flotten Inszenierung trotzdem jedem Zeit, nach Herzenslust zu spielen.
Dabei werden vielsagende und wunderschöne Bilder (Bühne: Pascal Raich) in ihrer Abfolge zur anregenden Achterbahnfahrt. Dass der Abend auch voller Komik ist, dafür sorgen Julies naive Freundin Marie (Sophie Hottinger), deren nervöser Bräutigam Wolf (Thomas Frank) und Steffi Krautz als schamlose Karussellbesitzerin Frau Muskat.“
(Colette M. Schmidt, Der Standard, 15. März 2010)

„Viktor Bodó beschert Wechselbäder im Stil der Szenen und weiß doch schlüssig zu tarieren. Das denkbar Überdrehte beruhigt er im Handumdrehen und zeigt wie unter einem Vergrößerungsglas die Nervenstränge seiner Figuren. Das ist echtes "Volkstheater", wie Molnár und der kongeniale Alfred Polgar als Übersetzer es sich wohl gewünscht haben.“
(Reinhard Kriechbaum, Nachtkritik, 13. März 2010)

„Diesseits, Jenseits und zurück – Viktor Bodós fulminante Inszenierung von Molnárs ‚Liliom’. Auch in Graz hat es in der Regie von Viktor Bodó jetzt wieder großen Erfolg. Dem Regisseur gelingen nicht nur erstaunliche Szenen wie Lilioms explosive Himmelfahrt, sonder auch tief ergreifende wie Julie Totenklage, Lilioms Rückkehr und Tante Hollunder brummelnde Obsorge. Genial: Klaus von Heydenabers Bühnenmusik! Ein Stück zum Staunen und Denken: heiß empfohlen!“
(Dolf Stockhausen, Woche, 17. März 2010)

„Viktor Bodó hat mit diesem „Liliom“ sine bisher beste Arbeit in Graz abgeliefert und dabei in den Schauspielern eine mitreißende Spielfreude geweckt. Die Ungarin Kata Petö mit ihrer einen ganzen Theaterabend lang durchgehalten, schönen Eigensinnigkeit wird zum Zentrum der Aufführung. Und der Titelheld Jan Thümer demonstriert mit Charme und Verzweiflung, dass einer, der von so vielen Frauen geliebt wird, nicht ganz schlecht sein kann. Die Bühne selbst gibt der balladenhaften, zwischen Realität und Märchen pendelnden Geschichte Molnárs eine effektvolle Entwicklung. Erst streiten sich nur auf einer Bank vor dem Vorhang die Frauen um Liliom, was einer großartigen Steffi Krautz als Karusellbesitzerin Frau Muskat die Gelegenheit zu einer furiosen Schimpforgie mit Eigen- und Fremdparodien bietet. Darauf folgt ein gediegenes Interieur häuslichen Elends, in dem der von Frau Muskat entlassene Liliom und die mittlerweile schwangere Juli hausen. Bemerkenswert, wie Bodó es schafft, alle Nebenrollen bruchlos in seine Konzeption einzufügen. Viktor Bodós mitreißende, metaphysische K.u.K.-Herrlichkeit … derzeit beste Aufführung.“
(Willi Hengstler, Korso, April 2010)


 
 
verbrennungen
 

Mi, 27. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:40

von Wajdi Mouawad
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:40

Nawal: „Die Zeit ist wie ein verrücktes Huhn. Sie läuft ohne Kopf herum.“

Die Zwillinge Jeanne und Simon erfahren beim Notar den letzten Willen ihrer verstorbenen Mutter Nawal. Nackt will sie beerdigt werden, mit dem Gesicht zum Boden. Kein Sarg, kein Leichentuch, kein Stein, keine Inschrift. So steht es im Testament. Weiter hinterlässt sie ihren Kindern zwei Briefe: Einen für Jeanne, aber die soll ihn nicht lesen, sondern ihrem totgeglaubten Vater geben. Einen für Simon, aber der soll ihn nicht lesen, sondern seinem Bruder geben, von dem er bisher nichts wusste. Damit beginnt die Spurensuche im verschollenen Leben der Mutter, die sich zwischen einer westlichen Großstadt und einer vom Bürgerkrieg erschütterten Dorfgemeinschaft im Nahen Osten erstreckt. Sie erscheint wie eine Reise in die tiefste Vergangenheit – und findet doch im Hier und Heute des 21. Jahrhunderts statt.

Als 14-Jährige verliebt sich Nawal in ihrem Heimatdorf in den Flüchtlingsjungen Wahab und wird schwanger. Nawals Mutter ist unerbittlich: Das Kind wird ausgetragen, dann kommt es weg – in ein entferntes Waisenhaus. Auch Wahab muss das Dorf verlassen. Nawal ist verzweifelt, kann sich aber nicht wehren – als Frau ohne Bildung hat sie nicht die geringste Chance, sich gegen die strengen Regeln der Dorfgemeinschaft durchzusetzen. Ihre Großmutter rät ihr, lesen und schreiben zu lernen. Nawal geht fort, um zu lernen, und wird nur noch ein einziges Mal ins Dorf zurückkehren, um ihr Versprechen einzulösen: den Grabstein ihrer Großmutter mit deren Namen zu versehen. Als sie das Dorf wieder verlässt, um ihren Sohn zu suchen, schließt sich ihr Sawda an, ein Mädchen aus dem angrenzenden Flüchtlingslager. Die beiden Frauen verbringen viele Jahre gemeinsam mit der Suche nach Nawals Sohn. Sie bewegen sich durch ein vom Bürgerkrieg erschüttertes Land, das im Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt gefangen ist. Sie leisten Widerstand gegen die verbrecherische Militärregierung.

Jeanne und Simon nähern sich Stück für Stück dem sorgfältig gehüteten Geheimnis ihrer Mutter Nawal, das sie dazu zwingt, die eigene Identität zu hinterfragen. Wajdi Mouawad erzählt eine vielschichtige Tragödie mit nahezu antiker Wucht. Er verwebt die gegensätzlichen Realitäten des krisengeschüttelten
Nahen Ostens und des sicheren Westens, zeigt individuelle Lebensgeschichten wie auch den kollektiven Kollaps des Krieges. Sein Stück ist ein als Krimi getarntes Puzzlespiel, das letztlich die Komplexität einer widersprüchlichen Gegenwart aufzeigt.


Besetzung:
Regie: Anna Badora
Bühnenbild: Raimund Orfeo Voigt
Kostüme: Uta Meenen
Musik: Gerd Bessler
Licht: Gerhard Fischer
Dramaturgie: Regula Schröter

Nawal: Andrea Wenzl
Nawal, Nazira: Steffi Krautz
Sawda: Verena Lercher
Simon: Florian Köhler
Jeanne: Pauline Knof
Hermile Lebel, Fremdenführer: Dominik Warta
Antoine, Hausmeister, Chamseddine: Götz Argus
Nihad, Wahab, Soldat: Gustav Koenigs
Abdessamad, Malak: Otto David
Ralph, Arzt, Soldat, Fotograf: Sebastian Reiß
Elhame, Mutter, Dorfgemeinschaft: Ensemble

Pressestimmen:
„Ein rares Theater-Glanzstück, reich an realen Wunden. Viel zu traurig und wahr, um bloß schön zu sein. Vor allem aber ist der zerbombte Klotz (genial hingewuchtet von Raimund Orfeo Voigt) ein sich langsam drehendes Mahnmal des Wahnsinns, ein moralischer Schutthaufen zwischen Okzident und Orient. ‚Die Kindheit ist ein Messer in der Kehle’, heißt es kryptisch in dem Vermächtnis. Es wird der Leitsatz einer Odyssee, die beide ‚Erben’ nur widerwillig antreten. Sie führt sie nicht nur zurück in eine immer düster werdende, verdrängte Vergangenheit und durch ein Dickicht des Schweigens, sie konfrontiert sie mit der Schädelstätte des kollektiven Grauens, des Terrors, der Folter. Hausherrin Anna Badora führt in ihrer bisher eindrucksvollsten Grazer Inszenierung weitaus mehr als nur Regie. Sie zeiht das Publikum mit fest entschlossener Hand in ein Inferno, fokussiert zur Familiengeschichte, stellvertretend für eine Völkertragödie. Fast filmisch dargeboten werden Dutzende Episoden und Einzelszenen, Rückblenden, Zeit- und Ortssprünge, immer dichter greift das Geschehen, das auch als Krimi oder Psychothriller firmieren könnte, ineinander. Zur Mitte des Gespensterreigens treibt eine gewaltige Explosion den letzten Staub aus dem Schnürboden. Aber von realer Wucht ist das, was sich unter dem Druck dieser nicht zu sprengenden Umklammerung formt und als verzweifelte, filigrane Poesie ans Licht geschleudert wird. Man mag es Wahrheit nennen. Größten Respekt verdient das gesamte Ensemble, das ständig in neue Rollen schlüpft. Florian Köhler ist als Zwillingssohn ein anfangs grobschlächtiger Kerl, der sich als Amateurboxer durch ein verpfuschtes Leben schlagen will, Pauline Knof versucht als dessen Schwester, sich die Welt mit den Mitteln der Mathematik zu erklären, muss aber erkennen, das selbst die Rechnung ‚2+2’ manchmal nur 3 ergibt, Andrea Wenzl und Steffi Krautz ergänzen sich in der Rolle der Mutter berührend und kongenial, Dominik Warta zeigt als Notar und Fremdenführer seine große charakterliche Wandlungsfähigkeit, Verena Lercher ist eine Widerstandskämpferin, der das Aufbegehren im Blut steckt.
In jedem Fall ist das Schauspielhaus um ein Ereignis reiher, dem mit dem Prädikat ‚Unbedingt sehenswert’ zumindest halbwegs genüge getan wird.“
(Werner Krause, Kleine Zeitung, 12. April 2010)

„Der libanesische Autor Wajdi Mouawad hat mit seinem Stück ‚Verbrennungen’ (aus dem Jahr 2003) ein wortgewaltiges Argument gegen Krieg und Folter geschrieben. Für das Schauspielhaus Graz wurde die unfassbare Tragödie einer Mutter von Hausherrin Anna Badora in Szene gesetzt. Die Geschichte von Nawal, die alle Schattenseiten des Krieges erlebt, und ihrer Kinder, die sich nach Nawals Tod selbst auf die Suche nach der Wahrheit machen müssen, ist grausam, erschütternd und tief berührend. Dass dem Ensemble dieses Stück ein Anliegen ist, spürt man. Andrea Wenzl als Nawal ist kraftvoll und anrührend wie selten zuvor, Steffi Krautz als ältere Version legt sogar noch eine unbeugsame Stärke drauf. In den Rollen der Kinder überzeugen Pauline Knof, die sich als Jeanne entschlossen der furchtbaren Aufgabe stellt, und Florian Köhler als ihr aufbrausender Zwillingsbruder Simon, der lange braucht, um sein Schicksal anzunehmen. Otto David und Götz Argus sorgen für intensive Momente. Auch Dominik Warta behauptet sich in seinen Rollen, darf sogar für etwas Komik im düsteren Spiel sorgend. Ebenso stark: Verena Lercher und Sebastian Reiß.“
(Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 12. April 2010)

„Mit Wajdi Mouawads Bürgerkriegsdrama ‚Verbrennungen’ glückt Intendantin Anna Badoa am Schauspielhaus Graz eine stimmige Regiearbeit: eine familiäre Spurensuche zwischen Kanada und Nahem Osten. Mit Spannung und sprachlicher Sensibilität nimmt er die Zuseher derart gefangen, dass diese zu Tränen gerührt sind. Dabei erzählt sein Stück nicht nur ,dass die Narben der Tortur nie vergehen. Es ist zudem die Geschichte starker Frauen, die Regisseurin Anna Badora auch als solche mit ihrem guten Ensemble inszeniert. Pauline Knof als Jeanne, Verena Lercher als Nawals Gefährtin Sawda und Steffi Krautz in einer Doppelrolle als ältere Nawal und deren Großmutter überzeugen durch die Bank. Am Ende bleibt Hoffnung, dass die ausgebrannten Wunden mit der Folgegeneration heilen können – und langer Applaus.“
(Dorian Waller, Der Standard, 12. April 2010)

„Ein Drama rund um Krieg, Verletzungen und Familie brachte das Schauspielhaus Graz mit Wajdi Mouawads Drama ‚Verbrennungen’ auf die Bühne. Im Libanon angesiedelt, entwickelt sich das Stück wie eine griechische Tragödie, um zuletzt mehr Abgründe aufzuzeigen, als man sich zunächst auch nur annähernd vorstellen könnte. Bei der Premiere, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde, überzeugten die Darsteller. Das ausgezeichnete agierende Ensemble schlüpft gekonnt in verschiedene Rollen.“
(Karin Zehetleitner, APA, 11. April 2010)


 
 
Thomas Bernhard, Siegfried Unseld: der briefwechsel
 

So, 31. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30

Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Das Burgtheater zu Gast
Lesung mit Peter Simonischek und Gert Voss
THOMAS BERNHARD, SIEGFRIED UNSELD: DER BRIEFWECHSEL

In den etwa 500 Briefen zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld entwickelt sich ein einzigartiges Zwei-Personen-Schauspiel:
Mal ist es eine Tragödie, wenn etwa Bernhard die aus seinen Werken bekannten Schimpftiraden auf den Verleger loslässt, der seinerseits auf die Überzeugungskraft des Arguments setzt. Dann gibt Bernhard ein Kammerspiel mit Unseld als Held: 1973 schreibt er ihm: „Mit größter Aufmerksamkeit, mit allen Möglichkeiten, gehe ich gern mit Ihnen.“ 1984 agieren beide, bei der Beschlagnahme von Holzfällen, als Kämpfer für die Literatur in einem von Dritten inszenierten Schurkenstück. Es dominiert das Beziehungsdrama: Der Autor stellt die für sein Werk und seine Person unabdingbaren Forderungen. Der Verleger seinerseits weiß, dass gerade bei Bernhard rücksichtslose Selbstbezogenheit notwendige Voraussetzung der Produktivität ist.
Solch einen dramatischen Briefwechsel zwischen Autor und Verleger, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht, kennt das Publikum bislang nicht.


 
 
denn alle lust will ewigkeit
 

 

Ein Liederabend von Franz Wittenbrink
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:05

Grazer Fassung

Schauspielhaus Graz, Pressemitteilung vom 17. Mai 2010
Premierenverschiebung DENN ALLE LUST WILL EWIGKEIT

Auf Grund eines schweren Krankheitsfalls im Ensemble muss die für Samstag, den 22. Mai angesetzte Premiere des Wittenbrink Liederabends DENN ALLE LUST WILL EWIGKEIT verschoben werden!
Der neue Premierentermin ist Samstag, der 29. Mai, 19.30 Uhr, Hauptbühne im Schauspielhaus.


Alle bereits gekauften Karten sowie die Abonnementkarten behalten ihre Gültigkeit für die neuen Termine.

Ebenfalls einen neuen Termin gibt es für alle Freitag-Abonnenten der Produktion DENN ALLE LUST WILL EWIGKEIT:
Auf Grund der Endproben HAMLET und der in diesem Rahmen stattfindenden Voraufführung am 12. Juni muss das Freitag-Abonnement vom 11. Juni auf den 18. Juni verschoben werden.

Nach dem fulminanten Erfolg seiner ersten Grazer Inszenierung Nix wie weg!, bei der er Punks und Touristen, Einheimische und Ausländer singend um einen Würstelstand auf der Bühne des Schauspielhauses versammelte, geht die Arbeit mit Franz Wittenbrink weiter. Jedoch mit einem Schauspieler-Lieder-Abend der ganz anderen Art. Gleich bleibt allein das Kompositionsprinzip: eine Geschichte zu erzählen nur durch Lieder, Figuren entstehen zu lassen nur durch Musik.
Drei Frauen, in der Blüte ihrer Jugend, sind einer merkwürdigen Lust verfallen: Sie haben sich in den Tod verliebt und streben singend nach Ewigkeit. Sie feiern den Tod als sinnenfrohes Fest – mit Liedern von Pergolesi und Purcell, Schumann, Brahms und Bach, mit Songs von Meredith Monk, den Beatles, Nina Hagen oder Kate Bush. Sie singen die großen Dichter: Eichendorff, Heine, Shakespeare und selbstverständlich Nietzsche. Denn alle Lust will Ewigkeit.
Mit diesem Liederabend hat Franz Wittenbrink bei den Salzburger Festspielen, am Hamburger Schauspielhaus, den Münchner Kammerspielen und dem schauspielhannover große Erfolge gefeiert. Aus dem zündenden Zusammenprall von abgründigem Sentiment und leichtfertigem Witz, von Parodie und Travestie, von großer Arie und verrutschtem Opern-Klischee entsteht ein Abend von hoher musikalischer Perfektion. Für die Grazer Schauspielerinnen richtet Wittenbrink den Abend neu ein.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Franz Wittenbrink
Bühnenbild: Jörg Kiefel
Kostüme: Tanja Kramberger
Dramaturgie: Regina Guhl

mit: Jaschka Lämmert, Verena Lercher, Susanne Weber, Anne Weber
Alte Frau: Steffi Krautz
Feuerwehrmann: Gustav Koenigs
Klavier: Theocharis Feslikidis
Violoncello: Maria Serafin

Pressestimmen:
„Wieder feierte Franz Wittenbrink mit einem seiner speziellen Liederabende einen großen Erfolg. Mit seinem Liederabend ‚Denn alle Lust will Ewigkeit’, in dem seine Figuren wieder ihre Gedanken und Gefühle nur in und mit ihren Liedern erzählen, hat Wittenbrink bereits seit Salzburg 1999 große Erfolge gefeiert. ‚Fabelhaft, intelligent, witzig, rührend’ sind nur einige Attribute der Kritik. Nun ist das Spectaculum auch im Schauspielhaus Graz zu haben, sehr zur Freude des Ovationen spendenden Publikums. Großen Anteil an der großartigen Show hatten Theocharis Feslikidis am Flügel und Maria Serafin am Cello. Grandios etwa ihre Elektrogitarrenimitationen. Auch die drei Hauptdarstellerinnen bieten musikalisch und darstellerisch Erstaunliches. Herrlich schräg ihre mehrstimmigen Barockensembles, und wenn sie losrocken, steppt der Bär! Jaschka Lämmerts laszive Rauchigkeit, das alles und mehr bleibt im Gedächtnis. Verena Lercher spielte bravourös. Ein köstliches Vergnügen.“
(Dolf Stockhausen, Woche, 9. Juni 2010)

„Theocharis Feslikidis (Klavier) und Maria Serafin (Cello) spielen ganz ausgezeichnet. Das Publikum wird bestens unterhalten und bedankt sich dafür mit der Forderung nach Zugaben.“
(Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 31. Mai 2010)

„Der Regisseur röntg mit seinen ungewöhnlichen Liederabenden stets tiefgehend die Gesellschaft. So auch 2008 mit ‚Nix wie weg!’ in Graz mit Träumen von privaten Paradiesen. ‚Ein Theaterstück nur mit Musik. Geht das? Und wie!’, urteilten wir damals. Wie Großstadthexen spielen und singen Jaschka Lämmert, Verena Lercher und Anne Weber nun das Lied vom Tod. Nicht nur von Morricone, aus dem Jenseits-Wurlitzer auch von Lennon, Weill, Rühm u. v. a. Ein heißes Nina-Hagen-Cover (Lercher) und Carole Kings ‚Natural Woman’ im Trio werden zu Hits im Song Contest: zwölf Punkte!“
(Michael Tschida, Kleine Zeitung, 31. Mai 2010)


 
 
hamlet
 

So, 17. Oktober 2010
18:00 bis ca. 21:00
Di, 19. Oktober 2010
19:30 bis ca. 22:30
Mi, 20. Oktober 2010
19:30 bis ca. 22:30
Fr, 29. Oktober 2010
19:30 bis ca. 22:30
Mi, 03. November 2010
19:30 bis ca. 22:30
Sa, 13. November 2010
19:30 bis ca. 22:30
Do, 18. November 2010
19:30 bis ca. 22:30
So, 19. Dezember 2010
15:00 bis ca. 18:00

 von William Shakespeare
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 22:30

Deutsch von Marius von Mayenburg

Hamlet, Königssohn und künftiger Herrscher, soll Blutrache nehmen für den Mord an seinem Vater; dies befiehlt ihm dessen übermächtiger Geist. Der Vater war Soldat, ein Kämpfer, ein Mann der Tat. Hamlet, der aufgeklärte Student und Intellektuelle, zweifelt und verzweifelt zunehmend an der eigenen Unfähigkeit zur Tat. Hamlet weiß, dass er zu intelligent ist für einen blinden Racheakt und zu abhängig, um ihn zu verweigern. Zu verletzt von der Mutter, um eine Liebesbeziehung zu Ophelia einzugehen, und zu verzweifelt, um diese zu retten. Um ihn herum gruppiert Shakespeare eine Generation spätadoleszenter junger Männer: Hedonisten wie Hamlets Studienkollegen Rosenkranz und Güldenstern; Draufgänger wie Laertes, der Sohn eines opportunistischen Staatsbeamten; zurückgelehnte Beobachter, die sich in gar nichts einmischen, wie Hamlets Freund Horatio.

Hamlet weicht aus in Maskeraden, bis er nicht mehr weiß, in welche Verkleidung er sich noch retten soll, und sich schließlich doch in den Kampf wirft – gegen einen würdigeren, weil soldatischen Königssohn, der nicht denkt, sondern kämpft und damit alle Zweifel überflüssig macht. Der Rest ist Krieg.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Theu Boermans
Bühnenbild: Bernhard Hammer
Kostüme: Marion Münch
Licht: Gerhard Fischer
Musik: Helmut Neugebauer
Dramaturgie: Andreas Karlaganis

Claudius: Stefan Suske
Gertrud: Birgit Stöger
Hamlet: Claudius Körber
Polonius: Franz Xaver Zach
Ophelia: Claire Sobottke
Laertes: Rahul Chakraborty
Horatio: Leon Ullrich
Rosenkranz und Güldenstern: Alexander Knaipp, Gustav Koenigs
Osrik: Tomaš Klimann
Fortinbras: Martin Papst
Geisterdoubles/Boten: Ben- Daniel Keller, Philipp Prem, Gerhard Raudner, Jann Siefken


 
 
Großes Theaterfest im Schauspielhaus Graz - Spielzeitstart 2010/2011
 

 

Am 18. September von 16 Uhr bis Mitternacht

Großes Eröffnungsfest im Schauspielhaus – mit dem gesamten Ensemble,
vielen Freunden und spannenden Gästen. Auf allen Bühnen, in den Foyers
und rund ums Schauspielhaus und einer Doppelausgabe der PREVIEW 10/11,
der Spielzeitshow!

Ab 16 Uhr für Groß und Klein: Schminken, Spielen, Quizzen mit Maskenbildnern
und SCHAUSPIEL AKTIV!, Showkämpfen, Kochen, Grillen mit Kunst und
Technik, Requisitenversteigerung, Tanztee im Foyer,
Balluch & Balladen, legendäre Songs der Schauspielhausband, Piano-Striptease
mit Gerd Bessler, LET’S TALK ABOUT SEX mit Steffi Krautz u. v. a. Kostproben aus
dem laufenden und bevorstehenden Programm der Saison 2010/2011!
17.30 und 20.30 Uhr: PREVIEW 10/11 – die Spielzeitshow. Aufgrund der
großen Nachfrage geben wir gleich zwei Mal Einblicke in die neuen Produktionen
– geprobtes und noch ungeprobtes präsentiert von Steffi Krautz und Sebastian
Reiß. Im Anschluss wird im Foyer und der Café-Bar getanzt und gefeiert!


 
 
hexenjagd
 

Do, 23. September 2010
19:30 bis ca. 21:30
Sa, 25. September 2010
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 29. September 2010
19:30 bis ca. 21:30
Fr, 01. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 06. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30
Do, 07. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30
Di, 12. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30

 von Arthur Miller
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

In Salem regiert die Angst: Nachdem einige Mädchen beim Nackt-Tanz im Wald erwischt wurden, bricht in der engstirnig-puritanischen Gemeinde ein Hexen-Wahn aus. Er wird zum Tod von unzähligen Mitbürgern führen, befördert durch eine tendenziöse Justizbehörde. Um sich selbst vor Strafe zu schützen, kontrollieren die Mädchen mit aggressiver Taktik die systematische Liquidierung der Bevölkerung – unterstützt durch Zivilisten, die Religion als Waffe missbrauchen. Im Zentrum der Anklage stehen der Bauer John Proctor und dessen Gattin Elisabeth, die dieser Welle unkontrollierbarer Irrationalität machtlos gegenüberstehen.
Der große amerikanische Denker und Moralist Arthur Miller zeigt in seinem wichtigsten Stück in welcher Geschwindigkeit die Zivilisation durch Eigennutz, unhinterfragte Dogmen und verfehlte Erziehung aus den Fugen gerät – damals wie heute.

Anna Badora, Spezialistin für klassische und moderne Tragödien der Weltliteratur, eröffnet mit diesem großen Ensemblestück die fünfte Spielzeit ihrer Intendanz am Schauspielhaus und setzt nach Verbrennungen ihre Beschäftigung mit modernen Tragödien fort.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Anna Badora
Bühnenbild: Raimund Orfeo Voigt
Kostüme: Andrea Kovacs
Musik: Gerd Bessler
Dramaturgie: Andreas Karlaganis

Reverend Samuel Parris: Sebastian Reiß
Tituba: Mercy Dorcas Otieno
Abigail Williams: Pia Luise Händler
Ann Putnam: Seraphine Rastl
Thomas Putnam: Thomas Frank
Mary Warren: Katharina Klar
John Proctor: Jan Thümer
Rebecca Nurse: Gerti Pall
Giles Corey: Otto David
Reverend John Hale: Florian Köhler
Elisabeth Proctor: Steffi Krautz
Ezekiel Cheever: Matthias Ohner
Danforth (Stellv. des Gouverneurs): Stefan Suske
Betty Parris: Ingrid Adler, Meret Engelhardt, Sarah Zaharanski, Violetta Zupancic
Susanna Wallcott: Ingrid Adler, Meret Engelhardt, Sarah Zaharanski, Violetta Zupancic
Mercy Lewis: Ingrid Adler, Meret Engelhardt, Sarah Zaharanski, Violetta Zupancic
Mädchen: Hanna Elena Herler, Noa Schmidt


 
 
freiheit in krähwinkel
 

Sa, 23. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30
Do, 28. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30
Sa, 30. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:30
So, 31. Oktober 2010
15:00 bis ca. 17:00
Di, 09. November 2010
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 10. November 2010
19:30 bis ca. 21:30
Fr, 19. November 2010
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 24. November 2010
19:30 bis ca. 21:30

von Johann Nepomuk Nestroy
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Die Krähwinkler wollen auch ihre Revolution haben, wenn sie schon überall wütet. Eberhard Ultra, der neue Redakteur bei der Krähwinkler Zeitung, kommt ihnen da gerade recht. Der junge Revoluzzer soll die großstädtischen Umwälzungs-Gedanken ins Herz des Spießertums tragen. Nestroys Revolutionsposse, verfasst inmitten der 48er-Unruhen, ist nicht nur satirisches Meisterwerk voller komödiantischer Höhepunkte und Paraderollen, sondern nimmt die künftige reaktionäre Entwicklung bereits vorweg. Im Dorf reüssiert die Kleingeisterei, der Revolutionsrecke Ultra gefällt sich lieber in aufbegehrerischen Posen, als gesellschaftliche Umbrüche durchzusetzen. Seine Aufmerksamkeit richtet sich auf ein kurzfristiges Liebesgeplänkel mit der adeligen Frau von Frankenfrey, nebst daran hängender Karriere … Die Revolution droht, im Provinzialismus zu ersticken, und hinterlässt das Feld den Fortschrittsfeindlichen und Gedankenscheuen. Richten müssen es zum Schluss wie immer die Frauen. Sie steigen auf die Barrikaden und zwingen den Bürgermeister in die Knie.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Christina Rast
Bühne und Kostüme: Franziska Rast
Dramaturgie: Andreas Karlaganis

Reakzerl Edler von Zopfen, geh. Stadtsekretär: Gerhard Balluch
Frau von Frankenfrey, eine reiche Witwe: Birgit Stöger
Sigmund Siegl: Gustav Koenigs
Willibald Wachs: Claudius Körber
Klaus, Ratsdiener: Franz Xaver Zach
Emerenzia, dessen Gattin: Thomas Frank
Walpurgia, dessen Tochter: Katharina Klar
Bürgermeister von Krähwinkel: Franz Solar
Franz, Kellner: Thomas Frank
Chor der Krähwinkler: Otto David, Gerti Pall


 
 
der meister und margarita
 

So, 12. Dezember 2010
18:00 bis ca. 20:00
Mi, 15. Dezember 2010

19:30 bis ca. 21:30
Do, 16. Dezember 2010

19:30 bis ca. 21:30
Di, 21. Dezember 2010

19:30 bis ca. 21:30
Mi, 22. Dezember 2010

19:30 bis ca. 21:30
Fr, 07. Januar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Sa, 08. Januar 2011

19:30 bis ca. 21:30

Einführung um jeweils 19:00
im Salon, 1. Rang

nach dem Roman von Michail Bulgakow
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Der Teufel erscheint leibhaftig im Moskau der dreißiger Jahre und stellt es, tatkräftig unterstützt von seinen Zauberlehrlingen, nach allen Regeln der schwarzen Kunst auf den Kopf. Er foppt, blamiert und schädigt alle, bis auf zwei Gerechte: den Meister, Autor eines unveröffentlichten Romans, der zu Beginn der Geschichte in der Irrenanstalt einquartiert ist, und Margarita, dessen ehemalige Geliebte. Zentrum des Geschehens ist das Haus Sadowaja 302b, Wohnung 50, deren Bewohner und Nachbarn der Reihe nach auf mehr oder weniger einfallsreiche Weise verschwinden. Es kommt zu unheimlichen Todesfällen und mysteriösen Verhaftungen. Offizielle Stellen versuchen, diese Verwirrungen des Teufels meist rational zu erklären. Der gesamte Staat scheint von schäbigen Betrügern und Spekulanten bevölkert, und die unheimlich effizienten Vertreter der Bürokratie tragen das ihre dazu bei, das Land in eine riesige Groteske zu verwandeln. Der Teufel selbst versucht, einen eingefleischten Atheisten von der Existenz Gottes zu überzeugen, und zitiert aus dem Roman des Meisters dessen realistische Schilderung der letzten Tage Jesu: Er wird wegen staatsfeindlicher Äußerungen von einem schwer depressiven Pilatus wider Willen hingerichtet. Der Jünger Levi Matthäus versteht Jesus? Worte falsch, schreibt sie falsch nieder und erfindet die Auferstehung – als bewusste Fälschung. Alle Fragen des ewigen Wechselspiels zwischen Gut und Böse, Gewalt und Humanität werden auf den Kopf gestellt. Am Ende laufen alle Geschichten und Episoden, Satiren und Schelmenstreiche wieder zusammen – bei dem Meister und Margarita. Sie lässt sich von einem Teufelsgehilfen für ein Fest in der verhexten Wohnung Nr. 50 anwerben, wird durch Flugsalbe zur Hexe und darf zum Lohn noch einmal mit dem Meister zusammenkommen.

Bulgakows Roman zählt zu den Meisterwerken der russischen Literatur. Sein fabulöser Reichtum ist Material für den Theatererfinder Viktor Bodó in seiner fünften Produktion am Schauspielhaus – mit den Schauspielern der Szputnyik Shipping Company und dem Grazer Ensemble.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Viktor Bodó
Dramaturgie: Anna Veress, Regula Schröter


 
 
judith
 

Do, 13. Januar 2011
19:30 bis ca. 21:30
Di, 18. Januar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Mi, 19. Januar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Mi, 26. Januar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Do, 27. Januar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Fr, 04. Februar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Sa, 05. Februar 2011

19:30 bis ca. 21:30

Einführung jeweils um 19:00
im Salon, 1. Rang

von Friedrich Hebbel
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Hebbels dramatischer Erstling führt zwei maßlose Figuren gegen- und zueinander. Holofernes, der assyrische Feldherr, belagert die Stadt Betulia und gräbt den Einwohnern das Wasser ab, weil sie sich ihm nicht freiwillig unterwerfen. Als das Volk kurz vor dem Verdursten ist, sucht Judith, eine junge Witwe, Holofernes auf, verführt ihn und enthauptet den Schlafenden mit seinem eigenen Schwert. Bei ihrer Heimkehr lobt die Priesterschaft den Gott, „der dich geführt hat, das Haupt des Anführers unserer Feinde zu zerschmettern“. Judiths Geschichte ist einem apokryphen Buch des Alten Testaments entnommen, das nicht in den jüdischen Kanon aufgenommen wurde und von Katholiken und orthodoxen Christen, nicht aber von Protestanten, als Teil der Bibel angesehen wird. Darin ist Judith mit Moses vergleichbar, der das Volk Israel rettet. Als Hebbel 1839/40 im Alter von 26 Jahren seine Judith schreibt, gehen die Rechnungen mit Gott bereits nicht mehr auf. Die Geschichte, wie er sie erzählt, ist voll widersprüchlicher Gotteszeichen. Judith kann nur mehr flehen, dass Gott ihr Auftraggeber sein möge. Das Volk, der dritte große Protagonist, dient zur nachträglichen Legitimation einer egoistischen Tat. Nach außen ist Judith die todesmutige Gotteskriegerin – im Innern spürt sie, dass ihr „reiner" Auftrag von Stolz und Leidenschaft durchsetzt ist: dem Genuss an der Herausforderung, dem Stolz, es den feigen Männern zu zeigen, und der körperlichen Begierde.

Der deutsche Dramatiker und Lyriker Christian Friedrich Hebbel, 1813 im norddeutschen Wesselburen geboren, war ein unsteter und oft völlig mittelloser Wanderer zwischen den europäischen Städten und ihren Geistesgrößen: Paris, Straßburg, Lyon, Avignon, Rom, Neapel, Triest, Graz und schließlich Wien. Dort heiratete er 1846 die Burgschauspielerin Christine Enghaus. Die Ehe verschaffte ihm finanzielle Sicherheit, so dass er sich ausschließlich seiner literarischen Produktion widmen konnte. In Wien entstanden, bis zu seinem Tod 1863, u. a. Agnes Bernauer, Gyges und sein Ring 22 sowie Die Nibelungen.


 
 
peer gynt
 

Fr, 11. Februar 2011
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 16. Februar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Do, 17. Februar 2011

19:30 bis ca. 21:30
Sa, 19. Februar 2011

19:30 bis ca. 21:30
So, 27. Februar 2011

15:00 bis ca. 17:00
Di, 01. März 2011

19:30 bis ca. 21:30
Mi, 02. März 2011

19:30 bis ca. 21:30
Fr, 11. März 2011

19:30 bis ca. 21:30

Einführung um 19:00 Uhr
im Salon, 1. Rang

von Henrik Ibsen
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Peer Gynt ist ein Lügner, ein Phantast, ein Geschichtenerfinder. Er belügt seine Mutter, verführt die Frauen und weiß, kein Geld zu verdienen. Er ist ein Prahler, den die Menschen nicht mögen. So verlässt er das triste bäuerliche Nest, in das er geboren wurde, um herauszufinden, wer er ist. Der Weg um die Welt ist eine Reise durch die Kontinente und die Zeiten, in der stets Enttäuschung über die Hoffnung obsiegt. Er begegnet Trollen und Dämonen, handelt mit Sklaven und wird zum reichen Mann. Affen greifen ihn an und treiben ihn in die Wüste. Enttäuscht und verarmt landet er in Kairo in einem Irrenhaus. Dort krönen ihn die Insassen zum Kaiser der Selbstsucht. Als alter Mann, nach durchwanderten Jahren, während derer er unzählige Identitäten angenommen und abgestreift hat, begreift er spät: Wie eine Zwiebel besteht sein Leben aus nichts als lauter Schalen, ohne Kern. Nichts als Episoden, die vergangen sind, ohne einen Charakter hinterlassen zu haben. Solveig, die er liebt, mit der er aber keine Zeit verbrachte, tröstet ihn am Sterbelager: „Schlaf, schlaf und träume.“

Besetzung:
Regie: Ingo Berk
Bühnenbild: Damian Hitz


 
 
fröhliche geister (Blithe Spirit)
 

Fr, 25. März 2011
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 30. März 2011

19:30 bis ca. 21:30
Do, 31. März 2011

19:30 bis ca. 21:30
Sa, 02. April 2011

19:30 bis ca. 21:30
Mi, 06. April 2011

19:30 bis ca. 21:30
Di, 12. April 2011

19:30 bis ca. 21:30
Fr, 29. April 2011

19:30 bis ca. 21:30

Einführung um 19:00
im Salon, 1. Rang

von Noël Coward
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Charles Condomine, ein Schriftsteller, lebt in zweiter Ehe mit seiner Frau Ruth auf einem Landgut und führt ein beschauliches Leben. Für seinen nächsten Roman plant er, zum Thema Parapsychologie zu schreiben. So lädt er die befreundeten Bradmans und die alte, schrullige Madame Arcati ein, die eine Geisterbeschwörung abhalten soll. Das alles natürlich nur zu Recherchezwecken fürs neue Buch – den Humbug glaubt er nicht. Doch dann legt sich Arcati ins Zeug: Wände wackeln, Tische klappern, das Medium fällt in Trance und plötzlich steht Elvira da, Charles’ verstorbene erste Ehefrau, die jedoch nur er sehen und hören kann. Charles, aufs Äußerste irritiert, beginnt mit dem Geist zu streiten und wird von seiner Umgebung für verrückt erklärt. Es beginnt eine aberwitzige Ménage à trois. Die tote Gattin ist eifersüchtig auf die Lebende. Sie plant, ihren Ex-Mann ins Jenseits, also zu sich, zu befördern – und erwischt stattdessen die lebende Ruth, die nun nach ihrem Ableben Elvira nicht nur sehen und hören, sondern auch angreifen kann.

Fröhliche Geister, 1941 am Londoner West End uraufgeführt, ist ein Evergreen der Zimmerschlacht-Ehepaar-Verwechslungskomödien. Berühmt ist sie wegen ihres brillanten Sprachwitzes und Pointenreichtums – ein Meistwerk der britischen Screwball-Comedy.


 
 
enron (ÖE)
 

Fr, 15. April 2011
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 20. April 2011

19:30 bis ca. 21:30
Do, 21. April 2011

19:30 bis ca. 21:30
Mi, 27. April 2011

19:30 bis ca. 21:30
Sa, 07. Mai 2011

19:30 bis ca. 21:30
Di, 10. Mai 2011

19:30 bis ca. 21:30
Fr, 20. Mai 2011

19:30 bis ca. 21:30

Einführung um 19:00 Uhr
im Salon, 1. Rang

von Lucy Prebble
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Einer der berühmtesten Skandale in der Finanzgeschichte wird zum Theater-Ereignis. Enron, der Energieriese in Texas, verkaufte nicht nur Erdgas, sondern handelte Energie an der Börse, machte fiktive Milliardengewinne durch Bilanzfälschungen mithilfe exotischer Offshore-Firmen, bezeichnete sich in Veröffentlichungen gern als „Die großartigste Firma der Welt“ und wurde von den Medien lange Zeit als höchst innovatives Unternehmen ausgezeichnet. Enron beschäftigte etwa 22.000 Mitarbeiter und brach im Jahr 2001, als die Blase der überbewerteten finanztechnischen Luftgebilde platzte, vollständig zusammen. Dies alles war möglich durch Gesetzeslücken, die klug genutzt wurden, und durch politische Protektion seitens der Regierungen von Bush senior und später George W. Bush, in deren Amtszeiten zahllose Kongressabgeordnete und Senatoren auf der Gehaltsliste des Unternehmens standen.

Mit ihrem ambitionierten Stück, das am Londoner West End zum Hit der Saison avancierte und im April 2010 am Broadway herauskam, ist der jungen britischen Autorin Lucy Prebble ein echter Wurf gelungen: Dokumentation trifft auf Reality-Show, surreale Szenen wechseln mit ekstatischen Trader-Choreographien. Die Originalpersonen treten auf: Jack Skilling, Enrons Kopf, Top-Manager und übelster Schurke in einer Person, Firmenchef Kenneth Lay, der vor allem die Augen verschließt, Andy Fastow, der besessene Finanzjongleur. Und natürlich die heißen Männer auf dem Börsenparkett, die an einem Tag mal eben ein Jahresgehalt verspekulieren und die nur eines im Sinn haben: ganz viel schnelles Geld. Prebble zeigt das Doppelgesicht des Kapitalismus: seine überbordende Energie und seine Selbstüberschätzung.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Cornelia Crombholz


 
 
blind date (UA)
 

Sa, 14. Mai 2011
19:30 bis ca. 21:30
Mi, 18. Mai 2011

19:30 bis ca. 21:30
Do, 19. Mai 2011

19:30 bis ca. 21:30
Mi, 25. Mai 2011

19:30 bis ca. 21:30
Di, 07. Juni 2011

19:30 bis ca. 21:30
Fr, 17. Juni 2011

19:30 bis ca. 21:30
Sa, 18. Juni 2011

19:30 bis ca. 21:30

Einführung um 19:00 Uhr
im Salon, 1. Rang

nach dem Film von Theo van Gogh
Schauspielhaus 19:30 bis ca. 21:30

Pom und Katja sind ein Paar, das bei einem Autounfall ihre Tochter verloren hat. Katja saß am Steuer, während Pom, der von Beruf Komiker ist, sie zum Lachen gebracht hat. Um über dieses Trauma hinwegzukommen und ihrer zerrütteten Beziehung eine neue Perspektive zu verschaffen, starten sie einen unorthodoxen Versuch: Via Zeitungsannonce verabreden sie sich als Unbekannte in einer Bar, mit vorgegebenen Charakteren. Der erste Versuch scheitert bereits nach wenigen Minuten. Doch versuchen sie immer wieder, eine Vielzahl von möglichen Begegnungen in neuen, gemeinsamen Welten zu erschaffen. Statt die Vergangenheit jedoch abzustreifen und eine neue Gemeinsamkeit zu behaupten, liefern sie sich zunehmend ein Duell der Gefühle und geraten in ein Netz von Demütigung und Gegnerschaft.

Der Filmemacher und Publizist Theo van Gogh galt zeitlebens als Enfant terrible der niederländischen Kulturszene. Seine Arbeiten provozierten mit extremen Äußerungen und kontroversen Standpunkten zu gesellschaftlichen Problemen. Wie schon in Das Interview handelt es sich auch in Blind Date um ein psychologisches Kammerspiel, in welchem die Komplexität der Beziehung zwischen Mann und Frau spielerisch und lakonisch offengelegt wird. 2004 wurde van Gogh in Amsterdam von einem islamistischen Fanatiker ermordet.

Das Schauspielhaus Graz und das Romantik Parkhotel Graz bieten Ihnen ein EXCLUSIVES PREMIERENSPECIAL an. Weitere Informationen finden Sie HIER!

Besetzung:
Regie: Bernadette Sonnenbichler


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